Sag mal, was erlaubst du dir da?

Diese Frau macht Sachen, von denen würden Partner in langjährigen Beziehungen nur träumen. Brauchst du eine Portion Chuzpe? Dann schneide dir eine Scheibe von ihr ab!

„Ich überlege mir, mich von meinem Mann zu trennen“, schrieb mir meine Coaching-Klientin per WhatsApp.

Sie liebt ihren Mann und ihr Mann liebt sie. Die beiden sind nicht nur lange verheiratet, sie führen auch eine sehr authentische Beziehung. Eine Trennung? Ist eigentlich das letzte, was meine Klientin möchte. Aber nach so vielen Jahren Ehe will Frau einfach mehr.

Ist ‚gut‘ genug?

Ja, was ist denn dieses „mehr“ in langjährigen Beziehungen? Ganz oft: Du willst dich wieder selbst in deiner Unabhängigkeit und Kraft spüren. Genau das wollte auch diese Frau: ihre Freiheit nutzen.

Nicht nur die Freiheit, zu tun und zu lassen, was sie will. Alleine wegzufahren für zwei-drei Wochen. In die Kunst der Erotik einzutauchen. Oder beruflich voll und ganz ihr Ding zu machen. Nein, die Freiheit, auch in ihrer Beziehung voll und ganz auf ihre Kosten zu kommen. Die Freiheit, mit ihrem Partner etwas noch Schöneres, noch Aufregendes, noch Größeres zu erschaffen, als die schöne und sichere Partnerschaft, die sie schon haben. Die Freiheit, etwas Neues, Mutiges, zuweilen Angsteinflößendes zu wagen – etwas, bei dem beide über sich hinauswachsen. Kurz: Die Freiheit, sich in der Beziehung mehr zu erlauben. Mehr Selbstausdruck, mehr Waghalsigkeit, mehr Unverschämtheit, mehr Verletzlichkeit, mehr Klartext, mehr Sex, mehr Verbindung, mehr Liebe.

So kommst du zu mehr

Es gibt Themen, über die unterhältst du dich mit Freunden (oder sogar Fremden) ganz locker-flockig. Aber mit dem eigenen Partner traust du dich kaum, sie anzuschneiden. Entweder, weil du die Erfahrung gemacht hast, dein Partner kann nichts damit anfangen. Oder weil du überzeugt bist: ‚Wenn ich das sage, rennt der andere davon‘.

Je länger eine Beziehung dauert, desto anspruchsvoller ist es, dich als eigenständiges Wesen weiterzuentwickeln und deinen eigenen Weg zu gehen. Du fühlst dich deinem Partner auf eine merkwürdige Weise ‚verpflichtet‘, auch wenn dein Verstand ganz klar weiß, dass diese falsche Rücksicht Käse ist. Es hilft aber nicht, es vom Kopf her zu wissen. Du willst es auch fühlen! Deshalb musst du manchmal – um deine Freiheit in der Beziehung voll und ganz zu spüren – die Beziehung gedanklich zerstören.

Manchmal musst du die Beziehung gedanklich zerstören.

Manchmal musst du dir erlauben, alles, was du aufgebaut hast, aufzugeben – wenn das der Preis ist für das, wonach sich deine Seele sehnt. Erst wenn du bereit bist, alles loszulassen, spürst du, was du wirklich zerstören willst. Die Beziehung selbst? – Oder ein Beziehungsmuster, das du mit deinem Partner kokreiert hast, und das du jetzt langsam bereit bist abzustreifen?

Keine Angst vor radikalen Gedanken!

Erlaube dir, gedanklich bis zum Äußersten zu gehen – und du wirst spüren, wo deine Grenze ist.

Erlaube dir, deine Wut zu spüren – und sie wird dich erkennen lassen, was du ändern willst.

Erlaube dir dein Feuer zu entzünden – und es wird alles verbrennen, was nicht mehr saftig grün und lebendig ist, sondern ein toter Ast, der nur noch auf den besten Zeitpunkt wartet, vom Baum abzufallen.

Dieses Feuer, meine Liebe, ist die Energie, die dich lebendig macht. Die Ecken in dir erweckt, die du sonst zuschüttest, weil sie nicht ins Konzept passen, das diese Gesellschaft dich gelehrt hat. Das Konzept von Bravsein. Nettsein. Rücksichtnehmen. Nicht auffallen.

Diese Energie ist die Energie, die dich am Leben hält und aus der Leben entsteht, darling.

„Alles entspannt. Wir hatten Sex.“ – Schrieb mir meine Klientin zwei Stunden später.

“Alles entspannt. Wir hatten Sex.

Ich konnte mir ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen. Yess! Dafür mache ich meine Arbeit.

Willst du auch mehr Lebendigkeit in deiner Partnerschaft? In deinen Beziehungen? In deiner Beziehung mit dir selbst. Dann lass uns telefonieren.

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Sag mal, was erlaubst du dir da?

Diese Frau macht Sachen, von denen Partner in langjährigen Beziehungen oft nur träumen. Brauchst du eine Portion Chuzpe? Dann schneide dir eine Scheibe von ihr ab!

„Tausche Sex gegen Liebe“

Ein häufiges Angebot, aber kein besonders kluges. Warum gerade wir Frauen dieses Tauschgeschäft unbewusst anbahnen, wie wir auf diese Idee kommen - und vor allem wie wir davon loskommen, liest du hier.

Selfpleasuring: so viel mehr als Selbstbefriedigung

Ein gutes deutsches Wort habe ich dafür noch nicht gefunden. Warum ‚Selfbestbefriedigung‘ keine treffende Übersetzung ist, und was die Vorzüge von ‚Selfpleasuring‘ sind für Körper, Geist und Seele sind, liest du hier.

Von |2020-09-19T23:44:26+02:00September 18th, 2020|Partnerschaft, Sexualität|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Georg Möller 19. September 2020 um 15:41 Uhr - Antworten

    Erst der Verlust belehrt uns über den Wert der Dinge; wenn ich mich recht erinnere, schrieb dies so oder ähnlich Schopenhauer in seinen Aphorismen zur Lebensweisheit. Warum dies nicht in Gedanken simulieren?
    Meine Beziehung zu A. dauerte über zwölf Jahre, sie begann mit dem üblichen Begehren. Bereits in den ersten Wochen fragten wir, was wir voneinander wollen. Und was wir nicht voneinander wollen! Den Punkt halte ich für wichtiger, schützt er, die Liebe mit Wünschen, Hoffnungen und törichten Erwartungen zu überladen, die später an der Realität scheitern – müssen.
    Wir erlaubten zum Beispiel, dass ich einmal im Monat ein Wochenende allein für mich habe. Meistens fuhr ich in ein Landhotel, ins Zimmer so reinlich fein im Dachgeschoss. Jahre später sagte A., sie möchte einmal mit in dieses Zimmer so reinlich fein. Gerne. Und ich war seit diesen Nächten nie wieder allein in reinlich fein.
    Und wenn jemand fragt, wo dieses Zimmer so reinlich fein ist? Im Schlosshotel Mespelbrunn im Spessart.
    Georg

    • Lavinia Lazar 19. September 2020 um 17:33 Uhr - Antworten

      Lieber Georg,

      Danke fürs Teilen. Coole Sache, dein Wochenende für dich allein. Bin neugierig: Hat sich in eurer Beziehung etwas verändert, nachdem Deine Partnerin dazukam ins Ferienhaus und deine „Me-Time“ ausblieb? Oder hattest du anderweitig Me-Time freigeschaufelt?

      Sonnige Grüße,
      Lavinia

  2. Georg Möller 20. September 2020 um 12:56 Uhr - Antworten

    Liebe Lavinia,
    es musste später nicht ein ganzes Wochenende sein, die Zeit für mich nehme ich mir auch so. Das Hotel hat eine Sauna und ein Bett, was macht man da zu zweit? Schmusen. Und küssen kann man eben nicht alleine. Verändert hat sich unsere Beziehung dadurch nicht. Uns fielen jedoch die anderen Paare im Hotel auf, die das Pauschalangebot „Romantikwochenende für zwei“ gebucht hatten. Mir fiel oft ein Gedicht ein (Titel und Autor habe ich leider vergessen), der Text: „Als sie einander acht Jahre kannten, und man kann sagen, sie kannten sich gut, kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie anderen ein Stock oder Hut. Sie saßen im kleinsten Café am Ort und rührten in ihren Tassen. Am Abend saßen sie immer noch dort, sie saßen allein und sprachen kein Wort, und konnten es einfach nicht fassen. Und konnten es einfach nicht fassen.“ Mir schien, als würden Leute eher eine traurige Beziehung erdulden, als die Einsamkeit durchleben.
    Beste Grüße, Georg
    PS: A. ist eine sehr gute Frau, die Beziehung endete aus anderen Gründen. Wenn du magst, erzähle ich dir ein andermal.

    • Lavinia Lazar 20. September 2020 um 13:03 Uhr - Antworten

      … spannend. Danke Georg fürs Teilen und für die coolen Zitate! „Und konnten es einfach nicht fassen“

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