Selfpleasuring: so viel mehr als Selbstbefriedigung

Ein richtig gutes deutsches Wort habe ich dafür noch nicht gefunden. Warum ‚Selbstbefriedigung’ keine treffende Übersetzung ist und was die Vorzüge von ‚Selfpleasuring’ sind für Körper, Geist und Seele, liest du hier. 

Ja, was ist das überhaupt: Selfpleasuring?

Schlägst du den Begriff nach, findest du als Übersetzung ‚Selbstbefriedigung‘. Das sind aber nur 5 Prozent von dem, was ich unter Selfpleasuring verstehe. Seit dem Erscheinen des guten alten Papierwörterbuchs hat sich in der Welt ja auch einiges getan: Feminismus & New-Age-Bewegungen, Menschen, die ihre Traumata durch körperlichen Genuss geheilt haben oder Weiblichkeitsikonen wie Eve Ensler, Mama Gena, Dr. Christiane Northrup. 

Sie alle haben mit ihrem Wirken und ihrem Vorbild gezeigt, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, Genuss im eigenen Körper zu finden, als durch klassische Selbstbefriedigung. Und dass dieser ganzheitliche Genuss mehr als nur eine Erleichterung bringen kann. Er bringt dir die Erinnerung daran, wer du bist.

Nichts gegen Selbstbefriedigung

Eins vorweg: Wenn ich hier in hohen Tönen über Selfpleasuring schreibe, tue ich es nicht, weil ich es „besser“ oder „spiritueller“ finde als Hand anzulegen und den sicheren Weg zum Orgasmus einzuschlagen. 

Hey, manchmal will man nur schnell und effektiv zum Ziel kommen. Ist doch prima.

Ich gehe nur davon aus, dass du diesen Weg schon kennst. (Falls nicht, lese weiter. Selfpleasuring hilft auch zu erforschen, wie du dich selbst befriedigen kannst.) Und falls du, wie die meisten Menschen, schon mal an dem Punkt warst, wo du dich gefragt hast: „Soll das alles gewesen sein?“ oder „Besser wird‘s nicht?“, dann könnte dich Selfpleasuring interessieren. 

Denn Selfpleasuring zeigt dir, was in der Sexualität und mit deinem Körper noch alles möglich ist. Über das Gewohnte und über das Spiel mit den Genitalien hinaus.

Selfpleasuring: Was ich darunter verstehe

Der entscheidende Unterschied zwischen Selfpleasuring und Selbstbefriedigung liegt für mich im Kopf. Es ist der Unterscheid zwischen:

„Ich will irgendwohin – zum Ziel, zum Höhepunkt, zum Orgasmus.“

&

„Ich bin mit meinem Körper, meinen Wünschen und mit dem, was in mir lebendig ist, in Kontakt.“

Kurz: Es ist der Unterschied zwischen zielgerichtetem Tun und einem Agieren, das aus dem Sein entspringt.

Selfpleasuring passiert, wenn du deinem Körper lauschst und nachfragst, was er wirklich will – über das, woran du ihn gewöhnt hast, hinaus. 

Was meine ich damit?

Pizza & mehr

Ich beschreibe es gern anhand des Essens. Körperliche Bedürfnisse und Essbedürfnisse haben etwas gemeinsam: Beide sind anfällig für Gewohnheiten. Je mehr du deinen Körper in eine bestimmte Richtung trainierst, desto mehr wird er sich in diese Richtung „ausdrücken“. Der Haken: Diese Art des Ausdrucks ist eher anerzogen als authentisch.

Isst du zum Beispiel regelmäßig Pizza, wird dein Körper irgendwann Pizza verlangen. Nicht weil Pizza ihm in diesem Maße gut tut, sondern weil du ihn an Pizza gewöhnt hast (möglicherweise, um dir ein gutes Gefühl zu verschaffen – wenn auch nur kurzfristig).

Fängst du an, ihm Alternativen anzubieten, befreist du ihn mehr und mehr von dieser Fixierung.  Künftig will er vielleicht mehr Spargel. Risotto. Pilze. Schokolade. Immer mal wieder auch eine Pizza. Aber nicht ausschließlich.

Wenn du also das volle Genusspotenzial deines Körpers erleben möchtest, mach dir deine Gewohnheiten bewusst und experimentiere. 

  • Wie berühre ich mich normalerweise? 
  • Wie sieht Sex bei mir in der Regel aus? 
  • Und was könnte ich meinem Körper darüber hinaus anbieten?

Was die Selfpleasuring-Praxis bringt

Wenn ich an meine Sexualität vor meiner Selbst-Explorations-Phase denke, spüre ich ganz viel Dankbarkeit für meine damalige sexuelle „Funktionsstörung“. Mein Vaginismus hat mich zu dem Wesen gemacht, das ich heute bin: erotisch, ekstatisch, selbstbewusst und kompromisslos. 

Erotisch, ekstatisch, selbstbewusst, kompromisslos.

Die Autobahn war bei mir sehr überschaubar, meine Vagina und meine Brüste schmerzten bei der kleinsten Berührung. Also musste ich mich meinem Körper widmen, wenn ich nicht mein ganzes Leben so verbringen wollte.

Geduld war gefragt. Und Ausdauer. Als ich sie aufgebracht hatte, wurde ich reich beschenkt. Mit Ganzkörperorgasmen, mit fantastischen Liebhabern, mit dem Gefühl voll und ganz okay zu sein, wie ich bin, und mit Einsichten, die mein ganzes Leben veränderten und verschönerten.

Mama Gena, die Gründerin der School of Womanly Arts sagt über diese Praxis: 

„You connect to the raw joy and enthusiasm you had as a child. An unstoppably enthusiastic and joyful part of you plugs back in. Your sensuality and your eroticism ignite, shining a sacred light on your deepest longings and desires. Too long pushed aside, they come front and center – forming the roadmap to a life that‘s a living, breathing work of art. A loving tribute to your higher power.“

(aus: Regena Thomasauer, Pussy. A Reclamation.)

Die biochemische Sicht

Letzten Endes ist es reine Wissenschaft. Der Zustand von Genuss verändert die Biochemie. Wenn wir genießen, schüttet das Gehirn die sogenannten „Wohlfühlhormone“ aus (Botenstoffe wie Endorphin, Oxytocin, Serotonin, Dopamin). Wenn diese stärker und zahlreicher sind als das „Stresshormon“ Cortisol, dann verändert sich nicht nur die Stimmung, sondern auch das allgemeine Lebensgefühl. Anstelle von Selbstzweifel, Scham, Angst oder Ärger rücken Selbstvertrauen, Kraft, Selbstwert, Freude und Leichtigkeit.

Genuss macht dich zum Regisseur in deinem Leben.

Rein äußerlich können Selfpleasuring und Selbstbefriedigung identisch aussehen.

Den Unterschied macht die Verbindung zu den tieferen Schichten in dir.

Deine Kostprobe 

Neugierig? Probier‘s gern aus. Du bist herzlich eingeladen zu meiner kostenfreien Selfpleasure-Challenge.

Sie findet alle Paar Monate in der geheimen Facebook-Gruppe „Sei dein bester Liebhaber“ statt. Dort bekommst du live Input und praktische Übungen für mehr Genuss. 

Trete der Gruppe bei und probiere aus, was dein Körper alles lecker findet.

Ich freue mich auf dich!

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Von |2020-08-20T13:56:45+02:00August 7th, 2020|Selbstliebe, Sexualität|0 Kommentare

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