„Tausche Sex gegen Liebe“

Ein häufiges Angebot, aber kein besonders kluges. Warum gerade wir Frauen dieses Tauschgeschäft unbewusst anbahnen, wie wir auf diese Idee kommen – und vor allem, wie wir davon loskommen, liest du hier.

Welche Frau hat es nicht schon mal getan: Mit einem Mann ins Bett zu gehen, aber eigentlich keinen Sex, sondern Liebe wollen? 

Ich schon.

Die Frauen, mit denen ich arbeite, auch.

Leider.

Wenn du mit von der Partie bist, dann weißt du, dass so ein Tauschhandel dir von einem gebrochenen Herz bis zur körperlichen Verweigerung so ziemlich alles einbringen kann, nur nicht das, was du dir wünschst: Geborgenheit, Liebe, Angenommensein wie du bist. 

Warum tappen Frauen immer wieder in dieses Muster? Und vor allem: Warum so viele intelligente Frauen? 

Eine Verquickung von Faktoren

Naja, mit dem IQ hat das nichts zu tun. Eher mit einer Reihe von Missverständnissen, die wir aus dem Volksmund, von unseren Müttern oder von anderen Frauen ungeprüft übernommen haben. 

Hier sind die drei häufigsten Missverständnisse, die dazu führen, dass Frauen meinen, Liebe für Sex bekommen zu können.

Missverständnis 1: „Männer wollen nur das Eine“

Kaum eine Frau würde diesen Satz unterschreiben, solange sie bei Bewusstsein ist. Doch das Bewusstsein ist nur die Spitze des Eisbergs. 95 Prozent unserer Gedanken schießen uns unbewusst durch den Kopf. Sie schleichen sich durch die Hintertür aus den Tiefen des Reptilienhirns. Und da tummeln sich Glaubenssätze…  du glaubst gar nicht, dass du sie hast.

Ein nach wie vor extrem verbreiteter Gedanke ist eben:

“Männer wollen nur das Eine.“

„Männer“… „nur“…  Schon mal zwei identische Männer gesehen? 

Ebenfalls verbreitet sind Variationen dieses Spruches, in denen die Frau in die Opferrolle schlüpft und sich zur unterwürfigen Dienerin macht. 

„Sex gehört halt dazu.“

„Männer brauchen das.“ (Und Frauen müssen liefern.)

„Das sind nun mal die ehelichen Pflichten.“

Nochmal: 99 Prozent der Frauen würden solche Behauptungen höchstwahrscheinlich von sich weisen. Aber wenn ich als Kinesiologin ihren Armmuskel testen würde (darüber lässt sich präzise ermitteln, welche hinderlichen Überzeugungen unbewusst im System verankert sind), würden viele Frauen staunen, was sie an Ballast mit sich schleppen.

Zu behaupten „Männer wollen nur Sex“ ist natürlich genauso absurd, wie zu meinen „Frauen wollen nur schmusen.“ Männer wollen – genauso wie Frauen – in ihren Herzen berührt werden.

Männer lieben Gefühle.

Allerdings brauchen gerade Männer ein Gegenüber, bei dem sie sich emotional sicher fühlen, bevor sie ihre Gefühle gerne zeigen. Merkst du was? Ob ein Mann Gefühle für dich hat, hat mit Sexualität herzlich wenig zu tun. 

Missverständnis Nr. 2: „Liebe muss man sich verdienen“

Ein absoluter Klassiker: Tust du, was Mama will, ist die Welt in Ordnung. Tust du‘s nicht, gibt‘s Liebesentzug. So lernen wir früh, unseren Bezugspersonen die Wünsche von den Lippen zu lesen und ihnen zu entsprechen.

Wenn du glaubst, dass Männer nur Sex wollen, und du als Kind gelernt hast, dir Liebe zu sichern, indem du Mamas oder Papas Erwartungen erfüllst, dann ist es logisch, dass du als erwachsene Frau deinem Partner oder deinem Date Sex gibst, auch wenn du keine Lust drauf hast – das ist doch das, was Männer wollen, oder? 

Missverständnis Nr. 3: „Anerkennung kommt von außen“

Das dritte Element, das die Tauscheritis fördert, ist die Suche nach Bestätigung, Anerkennung, Zuspruch und Liebe außerhalb von dir. 

Wenn du spürst, dass du zu 100 Prozent okay und vollkommen bist, auch mit deinen Macken und Neurosen, brauchst du keine Bestätigung von außen mehr. Du musst niemandem was beweisen oder geben, um Liebe zu bekommen. Die Liebe ist schon da. Deine Tasse ist voll. Und aus einer vollen Tasse gibst du nicht, um zu … sondern weil deine Tasse überquillt.

Toll, die Dinge zu verstehen, oder? 

Jetzt ist nur die Frage: Wie setzt du‘s um, wenn dein Herz dem Verstand hinterherhinkt?

Wenn das alles sich gut anhört, aber du nun mal Liebe im Außen suchst?

Radikale Ehrlichkeit

Wenn du denkst „Das dauert bestimmt ewig, bis ich das überwunden habe“, dann lade ich dich ein, deine Perspektive zu wechseln. Sicher, alte Gewohnheiten loszulassen, ist ein Prozess. Er fühlt sich aber nur dann mühselig und endlos an, wenn du nur mit dem „loslassen“ beschäftigt bist und das bis zur Perfektion treibst. Wie wäre es, wenn du beim „loslassen“ im gleichen Atemzug eine neue, bessere Gewohnheit erschaffst? Wie wäre es, wenn du bei jeder Interaktion mit deinem Partner oder einem Date die Gelegenheit hättest, Erfolge einzubuchen? Wie wäre es, wenn du beim Gehen deinen Stolzmuskel stärken könntest? Klingt gut? Dann habe ich einen Vorschlag für dich:

Wann immer du merkst, du bist gerade dabei, deinem Partner oder einem Date etwas zu „geben“ (Sex, Berührungen, Aufmerksamkeit, Komplimente, Tipps, Hilfestellung – was auch immer), halte kurz inne und frage dich:

Was ist hier meine Absicht?

Mache ich das, um etwas zurückzubekommen? – Oder gebe ich freiwillig und aus ganzem Herzen?

Tue ich das, weil ich es will? – Oder tue ich das, weil ich insgeheim etwas zurückerwarte?

Sei dabei radikal ehrlich mit dir. Und wenn du merkst, du erwartest etwas im Gegenzug, freue dich! Du kommst deinen Mustern immer besser auf die Schliche. Bleib dran, bringe Bewusstsein in diese Abhängigkeiten, und du wirst dich mehr und mehr davon befreien. Und wenn du dabei begleitet werden möchtest, melde dich. – Das ist meine Spezialität. 

Ach ja, und noch ein Tipp …

Liebe dich unverschämt und leidenschaftlich selbst

Ich kenne kein Tool, das Frauen stärker ermächtigt, in die Selbstliebe und Würde bringt, als eine regelmäßige Selfpleasuring-Praxis. 

Damit meine ich, dich und deinen Körper so zu lieben, wie er auf allen Ebenen geliebt werden möchte. Zart, still und leise. Oder laut und wild, so dass die Gläser in der Virtrine scheppern. Selfpleasuring füllt dich auf von innen – und eine erfüllte Frau ist unverschämt, wild, kraftvoll und frei. Sie tut nur das, was sie wirklich will.

Was ich mit Selfpleasuring meine, liest du hier.  

Bist du bereit, dir deine weibliche Kraft zurückzuholen?

Yahoo! Ich feire dich! Und ich wünsche dir, jeden Tag die Liebe zu spüren und zu teilen, die du bist. 

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„Tausche Sex gegen Liebe“

Ein häufiges Angebot, aber kein besonders kluges. Warum gerade wir Frauen dieses Tauschgeschäft unbewusst anbahnen, wie wir auf diese Idee kommen - und vor allem wie wir davon loskommen, liest du hier.

Selfpleasuring: so viel mehr als Selbstbefriedigung

Ein gutes deutsches Wort habe ich dafür noch nicht gefunden. Warum ‚Selfbestbefriedigung‘ keine treffende Übersetzung ist, und was die Vorzüge von ‚Selfpleasuring‘ sind für Körper, Geist und Seele sind, liest du hier.

Das Single-Dilemma

Du glaubst, du brauchst einen Partner, um körperlich voll erfüllt zu sein? Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Das ist ein Irrglaube. Höchstgenuss ist hier und jetzt für dich verfügbar.

Freude auf Knopfdruck

Kein Socializing. Keine Rückzugsmöglichkeit von der allanwesenden Familie. Für Singles droht die Vereinsamung. Für Paare und Familien die Beziehungskrise. Was kannst du gerade jetzt tun, um dir die Freude ins Wohnzimmer zu holen?

Von |2020-09-02T15:03:52+02:00September 1st, 2020|Liebe, Selbstliebe, Sexualität|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Georg Möller 5. September 2020 um 10:45 Uhr - Antworten

    Das Geschäft kenne ich, aber von der anderen Seite. Als Mann zählte ich zu den „Kunden“. Es war vor über 20 Jahren, wir zogen aus, um eine glückliche Familie zu bauen. Die Liebesdosis stieg und stieg, die Sexdosis sank still und leise, sie bekam dauerhaft Kopfschmerzen. Verzweifelt und ratlos zog ich nach sieben Jahren die Reißleine. – Manchmal bin ich traurig, denn leider zog ich keine leiblichen Kinder groß. Oder zum Glück? Sie bekam zwei Frühchen von zwei Männern, andere Hengste durften sich abmühen. Heute lebt sie allein ohne die Väter, ihre Schönheit ist verblichen, das Gesicht verbittert. Jahre später fragte ich, warum sie denn nicht gegangen sei. Sie antwortete, sie hätte die Sicherheit geschätzt, an meiner Seite zu leben. Scheiß drauf. Der Preis war viel zu hoch, und zwar für beide Seiten.

    • Lavinia Lazar 6. September 2020 um 21:59 Uhr - Antworten

      Vielen Dank für deine Offenheit und fürs großzügige Teilen, Georg. Bin sicher, dass du viele Leser mit deiner Reflektion inspirierst. Bei meiner Arbeit stelle ich fest, dass das Sicherheitsbedürfnis fast immer das zugrundeliegende Motiv für Stagnation ist. Und da alles Unbekannte verunsichern kann, lohnt es sich, sich der eigenen Angst zu stellen und sie zu hinterfragen. So wie ich dich kenne, gehörst du zu den Menschen, die das regelmäßig tun.

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